Liebes Tagebuch...
Auch wenn es albern klingt, sein Tagebuch beim Namen anzusprechen, ist es für viele doch wichtig. Denn das Tagebuch ist der Begleiter, dem man seine Sorgen, seine Wünsche, seine Ziele anvertraut. Wie bei einem echten Gesprächspartner verändert die Nachricht auch den Sender selbst. Das Tagebuch gibt dem Leser etwas zurück.
Doch ein digitales Tagebuch kann noch mehr zurück geben - nämlich Struktur über das, was man geschrieben hat. Und das fast automatisch.
Wie oft schreibt man in sein Tagebuch: "Ich bin gespannt..." Man stellt sich die Frage, wie etwas sich entwickeln wird. Wird alles so laufen, wie ich mir es vorstelle?
Wäre es nicht toll, man könnte nach zwei Jahren solche spannenden Fragen wieder aufrufen und dann beantworten?
Manche dokumentieren in ihrem Tagebuch gesundheitliche Dinge wie Symptome einer Unverträglichkeit. Wäre es nicht toll, eine Übersicht zu haben, an welchen Tagen man besonders starke Symptome hatte, um sich ein Bild zu machen, welche inneren oder äußeren Einflüsse diese Symptome verändern?
Viele Tagebucheinträge widmen sich dem gleichen Thema. Um die Story im Nachhinein zu verfolgen wäre es doch super, wenn man die Tagebucheinträge thematisch gruppiert bekommt.
Das alles lässt sich mit digitalen Tagebüchern umsetzen. Über einen Tag habe ich verschiedene Programme heruntergeladen und getestet. Mit keinem war ich recht zufrieden. Beinahe hätte ich mein Tagebuch in reinen Textdateien verfasst, weil mir die bestehenden Apps keinen sichtbaren Vorteil geboten haben. Beim Zusammenschreiben der Kriterien einer Tagebuch-App ist mir klargeworden, dass ich überhaupt keine Tagebuch-App brauche, sondern nur eine Notizzettel-Software.
Meine Kriterien sind:
- Ganz einfache Oberfläche, um beim Tagebuchschreiben durch nichts beeinflusst zu werden
- Sortierung nach Jahren und Monaten
- Verfolgung bestimmter Schlüsselwörter wie "Ärger" oder "Tablette XY" eintragsübergreifend
- Unabhängigkeit von der Cloud
- Dass die App weiterentwickelt wird und auch in ein paar Jahren noch funktioniert
Ich meine, die beste Möglichkeit um Texte zu strukturieren sind #Hashtags. Man kennzeichnet damit wichtige Schlüsselwörter. In der Notiz-App "Bear" werden zu den Hashtags im Text automatisch die Begriffe in der linken Leiste erzeugt. Genial dabei ist, dass Bear auch Pfade in Tags unterstützt, damit kann ich zum Beispiel Jahre in Monate gliedern. Das ist der Grund, warum ich das Datum in dem etwas ungewöhnlichen Format angelegt habe.
Meine Aufgabe als Tagebuchführer ist es nur in dem rechten Bereich ein paar Hashtags einzufügen, und schon kann ich die Begriffe links anklicken und in meinen Notizen finden.
Wichtig ist für mich auch, dass die Hashtags im Fließtext vorkommen und nicht in einem separaten Feld. Dadurch finde ich die entsprechenden Vorkommen auch innerhalb eines Eintrags perfekt. Außerdem geht das taggen so viel leichter von der Hand.
Für Windows habe ich leider noch keine äquivalente App gefunden. Das größte Problem ist, dass die Tags von den meisten Anwendungen nicht im Fließtext funktionieren. Das ist zumindest für ein Tagebuch quasi unbrauchbar.

